Zehn Dinge, die Sie beim Wechsel zu 802.11ac Wave 2 beachten sollten

Veröffentlicht am 16 Dez. 2015 von

 

Immer mehr mobile Endgeräte, bandbreitenhungrige Anwendungen wie Video und Voice over WLAN und dazu ganz neue Einsatzbereiche wie das Internet of Things (IoT): Die Anforderungen an drahtlose Netzwerke in Unternehmen steigen derzeit rasant. Um den wachsenden Bedarf an Geschwindigkeit und Bandbreite abzudecken, benötigen Unternehmen daher auch immer leistungsfähigere WLAN-Infrastrukturen.

 

Derzeit kommen unter dem Begriff „Wave 2“ eine Reihe von neuen Produkten für den aktuellen WLAN-Standard 802.11ac auf den Markt. Die Hersteller von Access Points und Endgeräten führen mit den Wave 2-Produkten einige Neuerungen ein, die den gestiegenen Performance-Anforderungen der Anwender Rechnung tragen. Dazu gehören beispielsweise Kanalbündelung bis 160 MHz, Support für vier gleichzeitige Datenströme (Spatial Streams) und die ausschließliche Nutzung des 5GHz-Spektrums.

 

Die größte Neuerung von Wave 2 ist jedoch Multi-User Multiple-Input-Multiple-Output – oder kurz MU-MIMO. Diese neue Technologie ermöglicht es, dass ein Access Point über denselben Kanal gleichzeitig mit mehreren Endgeräten kommuniziert und dabei so viele Datenströme wie möglich nutzt.

 

Ein Beispiel verdeutlicht, was dies in der Praxis bedeutet: Wenn bisher ein Access Point über drei Spatial Streams verfügte (3×3:3SS), ein Endgerät – wie zum Beispiel ein iPhone 6 – aber nur einen Datenstrom verarbeiten konnte (1×1:1SS), wurden zwei Drittel der verfügbaren Bandbreite verschwendet. Mit MU-MIMO lässt sich nun die restliche Bandbreite an zwei weitere 1×1:1SS-Geräte oder ein 2×2:2SS-Gerät vergeben. Damit wird das verfügbare Frequenz-Spektrum in der Luft wesentlich effizienter genutzt und die Reaktionszeiten für die gleichzeitig verbundenen Endgeräte in der Funkzelle sinken.

 

Es ist daher sowohl aus wirtschaftlichen Überlegungen als auch aus Performance-Gründen sinnvoll, neue WLAN-Infrastrukturen mit Wave 2-Komponenten aufzubauen und vorhandene Umgebungen schrittweise auf den neuen Standard umzustellen.

 

Bei der Planung von Wave 2-Umgebungen sind jedoch einige Dinge zu beachten. Insbesondere die folgenden zehn Punkte sollten IT-Verantwortliche berücksichtigen:

 

  1. Erhöhen Sie die Access Point-Dichte: Da Wave 2-Komponenten ausschließlich die 5 GHz-Frequenz nutzen, müssen die Abstände zwischen den einzelnen Access Points geringer sein als in einer 2,4 GHz-Umgebung wie 802.11b/g/n. Nur so lassen sich die Performance-Vorteile von 802.11ac Wave 2 wirklich ausschöpfen.
  2. Planen Sie eher nach Kapazität als nach Durchsatz: Durch MU-MIMO verschiebt sich der Planungsfokus vom Durchsatz zur Kapazität. Ziel einer Wave 2-Umgebung ist, die verfügbare Bandbreite optimal auf unterschiedlichste Endgeräte und Anwendungen aufzuteilen, statt maximalen Durchsatz für einen einzelnen Client zu ermöglichen.
  3. Unterstützen Sie weiterhin 2,4 GHz: Nach wie vor sind in WLANs zahlreiche Mobilgeräte unterwegs, die ausschließlich über die 2,4 GHz-Frequenz kommunizieren. Daher sollten Dual Band-Access Points eingesetzt werden, die neben 5 GHz auch 2,4 GHz beherrschen.
  4. Beschaffen Sie Access Points mit mindestens zwei Gigabit-Anschlüssen: Wave 2-Access Points mit Dual Band-Funktion bieten theoretisch eine Bandbreite von 1,7 Gbit/s über 5 GHz und 800 Gbit/s über 2,4 GHz. Daher benötigen Sie mindestens zwei Gigabit-Anschlüsse vom Access Point zum Edge Switch, um den maximal möglichen Daten-Traffic zu unterstützen.
  5. Prüfen Sie die Leistungsfähigkeit der gesamten Netzwerk-Infrastruktur: Wave 2 hat auch große Auswirkungen auf die Switching-Infrastruktur. Access-Switches müssen über genügend Uplink-Kapazität verfügen, um die gestiegenen Datenmengen vom Access Point auch aufnehmen zu können. Bei einer Migration auf Wave 2 sollten Sie daher die Leistungsfähigkeit ihrer Wired-Infrastruktur auf den Prüfstand stellen. Sorgen Sie zudem für genügend WAN-Bandbreite, damit auch hier kein Flaschenhals für den Datendurchsatz entsteht.
  6. Denken Sie an PoE+: Wave 2-Access Points benötigen für die erweiterten Funktionen etwas mehr Energie als ältere Access Points. Um die Geräte über die Switches mit Strom zu versorgen, sind daher in der Regel Ports mit PoE+ erforderlich. Wenn dies mit den vorhandenen Switches nicht möglich ist, sollten Access Points mit einer externen Stromversorgung eingesetzt werden.
  7. Wählen Sie die passende Kanalbündelung: Die Performance-Vorteile von Wave 2 lassen sich mit 80 MHz-Channels oder künftig sogar 160 MHz-Channels am besten ausschöpfen – in Umgebungen mit einer hohen Access Point-Dichte kann es dennoch sinnvoll sein, mit 40 MHz oder sogar mit 20 MHz zu arbeiten, damit es nicht zu störenden Interferenzen zwischen den einzelnen Access Points kommt.
  8. Befassen Sie sich mit Applikationsanalyse: Je mehr unterschiedliche Anwendungen und Endgeräte in einem drahtlosen Netzwerk bedient werden, desto wichtiger ist es, sich das Verhalten der einzelnen Applikationen genauer anzusehen. Unser Technologiepartner Extreme Networks hat daher für seine ersten Wave 2-Access Points auch ein neues Verfahren für die Verarbeitung und Kontrolle von Application Flows entwickelt. Dies ermöglicht es, die Nutzung mobiler Anwendungen sowie die Reaktionszeiten des Netzwerks und der Applikationen in Echtzeit zu analysieren – und dies ganz ohne Leistungseinbußen.
  9. Setzen Sie auf ganzheitliches Management: Gerade weil die Komplexität von drahtlosen Netzwerken steigt, sollten Sie die Verwaltung der Infrastruktur so einfach wie möglich gestalten. Nutzen Sie Access Points, die sich alle Einstellungen automatisch aus dem Netzwerk holen und nicht individuell konfiguriert werden müssen. Außerdem sollte Ihr Netzwerk-Management-System in der Lage sein, sowohl neue Wave 2-Access Points als auch bestehende 802.11a/b/g/n-Geräte verwalten. Mit der Lösung NetSight unseres Partners Extreme Networks können Sie noch einen Schritt weiter gehen und ihre gesamte Wired- und Wireless-Infrastruktur zentral managen.
  10. Wählen Sie die richtige Client-Hardware: Achten Sie bei der Beschaffung neuer mobiler Endgeräte darauf, dass diese für 802.11ac geeignet sind und Funktionen wie 80MHz-Kanalbündelung beherrschen. Die Übertragungsraten im Netzwerk hängen außerdem von der Anzahl der maximal unterstützten Datenströme (Spatial Streams) ab. Vorhandene 802.11n Clients mit Dual-Band-Modus sollten Sie möglichst über 5GHz betreiben.

 

Wenn Sie mehr über die Umstellung auf 802.11ac Wave 2 erfahren möchten, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir zeigen Ihnen mögliche Migrationsstrategien auf und stellen Ihnen die ersten verfügbaren Wave 2-Access Points von Extreme Networks vor.

 

Zu den ersten Wave 2 Access Points von Extreme Networks

Bild: (c) Extreme Networks

 

Für weiterführende Informationen zur WLAN-Planung mit Wave 2-Komponenten empfehlen wir Ihnen außerdem den folgenden Guide:

 

http://www.extremenetworks.com/resources/wi-fi-buyers-guide

 

Grimm-Michael

Mit freundlichen Grüßen
Michael Grimm